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und ein System freiwilliger, gegenseitiger "Selbstüberwachung" gegen das Gefühl, allein auf sich gestellt zu sein. LIK-LAK möchte einfach Menschen zum Verweilen an ungewöhnlichen Orten wie Unterführungen bringen und dort mit seiner zeitge- nössischen "Speakers Corner" zu urbaner Kommunikation anregen. So wird der ‚Unort' vertrauter gemacht. Auch das Tunnel_Journal befindet sich an einem Ort, der nicht für den Aufenthalt konzipiert ist, nämlich unter einer Autobahn. "It's a far cry from the grim, dark, dangerous pas-sageways that are the stuff of urban nightmares". Diesen Ort zu durchschreiten, soll nun durch das Kunstwerk zu einem erlebnishaften, unterhaltsamen Ereignis werden. Alle drei Installationen arbeiten außerdem mit der psychologischen Wirkung von Licht als einem weit erkennbaren Signal oder beruhi- genden dynamischen Licht. "Auf farbpsychologischer Ebene strahlt das blaue Leuchten der Hülle [der Chat-Stops] Sicherheit und Ruhe aus." Und "wenn eine Unterführung [durch LIK-LAK] klar ausgeleuchtet wird und mit Lichtfarbe gearbeitet wird, ohne Benutzung der üblichen kalten Leuchtstoffröhren, wird es möglich sein, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen." Beleuchtung ist ein bekanntes Hilfsmittel gegen Angsträume, das kreativ eingesetzt werden kann. Licht&Liebe will z.B. mit seinem gestaltbaren Farspiel ermöglichen, Emotionen konkret auszudrücken.

Die Überwachung durch Kamerasysteme ist für den ‚Normalbürger' sehr unsichtbar, da er in seiner konformen Verhaltensweise mit den Konsequenzen dieses Systems nicht unbedingt in Kontakt kommt. Insofern ist es eine sehr ‚vertuschende' Methode, mit dem Problem umzugehen, da die ursprünglichen Konflikte mit der Zeit nur auf andere Orte verlagert werden. Ein erster Schritt ist somit, diese Entwicklung für jeden sichtbar und spürbar und somit reflektierbar zu machen. Es sollte ganz konkret vor Ort auf Problemfelder aufmerksam gemacht machen werden, die sonst in den narkotisierenden Bilderfluten oder den eher lähmenden Berichten globaler Probleme untergehen.